Christine Mangold
Praxis für klassische Homöopathie
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Nosoden und ihre Anwendungsmöglichkeiten

 

Nosoden nennt man in der Homöopathie potenzierte Stoffe, die aus Erregern oder Ausscheidungen infektiöser Krankheiten stammen.

Der geschichtliche der Nosodentherapie geht weit zurück. Zum Beispiel verwendeten traditionelle Mediziner bestimmter Kulturkreise wie etwa in China schon seit Jahrhunderten die von den Kranken gewonnenen Blatternsekrete in verdünnter Form an. Ebenso wurde der Inhalt der Pusteln von Pockenkranken unter die Haut geimpft. Auch Robert Fludd behandelte Schwindsüchtige bereits im 15. Jahrhundert mit dem

verdünnten Sekrets ihres Auswurfes.

Im Jahre 1820 potenzierte ein Leipziger Tierarzt,namens Wilhelm Lux dann das Blut und die Ausscheidung kranker Tiere. Seine Erfolge mit dieser Methode veranlassten ihn (in Abgrenzung zu Hahnemanns „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“) zu dem Leitspruch „Aequalia aequalibus curentur“, also: Gleiches mit Gleichem heilen.

Bei Hahnemann erntete er damit jedoch nur Misstrauen. Schon im § 56 des Organon der Heilkunst spricht sich Hahnemann gegen die so genannte Isopathie (also Gleiches mit Gleichem heilen zu wollen) aus.

Constantin Hering, der als erster Homöopath pathologische Ausscheidungen als Ähnlichkeitsmittel bei seinen Patienten anwendet, machte andere Erfahrungen. Seine erste Behandlung mit Nosoden begann mit Psorinum, also einer Nosode, die aus dem Inhalt von Krätzebläschen hergestellt wurde. In der 1832 erschienenen 43. Ausgabe der „Allgemeinen homöopathischen Zeitung“ beschrieb Hering seine Heilerfolge mit Psorinum.

1833 führte er dann die Nosode Psorinum in die Materia Medica ein.

In der heutigen Zeit wächst die Liste der Nosoden enorm, da durch entsprechend antibiotische oder andere medikamentöse Behandlungen (wie Cortisol) oder auch durch Umwelttoxine usw. unsere Ausscheidungs- und Abwehrvorgänge blockiert werden können.

Ein kleiner Ausschnitt wichtiger Nosoden sind z.B. Medorrhinum – gewonnen aus dem Gonorrhoesekret, Syphilinum – aus dem Sekret syphilitischer Geschwüre, Psorinum - aus dem Inhalt der Krätzbläschen, oder einige Tuberculin Nosoden – hergestellt aus dem tuberkulösen Abszessen.

Aber auch viele Darmnosoden, Nosoden aus Umwelttoxinen, medizinischen Arzneien (wie Penicillinum, Cortisonum, etc.) finden Verwendung.

Nosoden werden generell in hohen Potenzierungen eingesetzt, so dass vom Ausgangsstoff keine Substanz mehr im Mittel zu finden ist.

Aufgrund ihres Ursprungs geraten Nosoden dennoch immer mehr in Konflikt mit neuen Hygienebestimmungen für die Gewinnung von Arzneimitteln, was bereits zu

Beschaffungsproblemen für die Homöopathen führt.

Die Auswahl einer entsprechenden Nosode für den Patienten sollte vom homöopathisch arbeitenden Therapeuten immer nach dem Ähnlichkeitsprinzip ausgewählt werden, sowohl bezogen auf die aktuelle Symptomatik wie auch auf den Grundbefund der Anamnese. In den Händen von Laien, haben Nosoden allerdings nichts verloren!

 

Quelle: DGMH